Archiv für Januar 2010

Wo ist Gott wenn du ihn brauchst?

Diese Frage hat sich bestimmt jeder schon einmal gestellt. Ich auch. Vor allem in Zeiten, in denen alles aus den Fugen zu geraten scheint. So auch in dieser Zeit… Gibt es eine Antwort? Ja, die gibt es. Gott ist da! Wo? Hier. Schau dich um. Gott ist überall. Und dann schliesse einfach die Augen und vergiss, was du gesehen hast. Denn alles, was du gesehen hast, ist ohne wahre Bedeutung. Aber das, was übrigt bleibt, ist Gott. Und zwar in seiner Essenz. Gott ist nicht der Schein – obwohl er auch darin steckt. Gott ist das Sein. Das wahre Sein, das sich hinter allem Schein befindet. Gott ist: Kein Substantiv sondern ein Verb. Gott ist!

Klingt esoterisch? Nein, ist es nicht. Allerdings spielt uns unser Denken, unser Verstand und unser Ego einen Streich nach dem anderen. Wir nehmen die Welt nicht so wahr, wie sie wirklich ist, sondern wir nehmen sie so war, wie wir es wollen. Wie wir es gelernt haben. Und wie wir es glauben. Ob bewusst oder unbewusst.

Das, was wir denken und sehen ist nicht das, was ist. Es ist das, was wir denken und glauben, was ist. Und hat das etwas mit der Wirklichkeit zu tun? Ja, weil das, was wir glauben, unsere Wirklichkeit ist bzw. wird. Und nein, weil das, was wir glauben, einzig und allein das ist, was wir glauben. Gott ist anders. Gott glaubt nicht, Gott ist.

Was also ist Gott, und wo ist Gott, und warum haben wir das Gefühl, von ihm getrennt zu sein?

Wo ist Gott, wenn wir ihn brauchen?

Als erstes sollte klargestellt werden, dass wir Gott nicht brauchen, da wir Teil Gottes sind. Gott ist in uns. Allerdings gibt es einen inneren Widersacher, der uns Gott abstreitig macht: das Ego. Da, wo das Ego die erste Geige spielt, spielt Gott keine aktive Rolle, sondern schaut bzw. hört zu. Unser Ego hat keine Bedeutung wenn Gott anwesend ist, denn da, wo Liebe ist, ist Gott. Aber da, wo Angriff und Zweifel sind, ist Gott zwar auch, allerdings schreit das Ego so laut, dass Gottes sanfte Stimme übertönt und überschattet wird. Unser Ego tut alles in seiner Macht stehende, um uns von Gott zu trennen, denn wenn wir nicht von ihm getrennt sind oder uns nicht von ihm getrennt fühlen, unterliegt das Ego und wird machtlos, sinnlos. Und dann sind wir von diesem getrennt, und das Ego stirbt. Und das will es um jeden Preis verhindern.

Also wo ist Gott, wenn wir ihn brauchen? Er ist da. Immer. Und wenn wir das endlose Gebrabbel unseres Egos zum Schweigen bringen, taucht er plötzlich auf. So, wie er schon immer da war. Und dann ist alles gut. Dann gibt es keine Verurteilung sondern Vergebung. Keinen Hass sondern Liebe. Keinen Schein sondern Wahrheit. Keine Dunkelheit sondern Licht.

Alles, was ist, ist Gott. Und alles, was wir sind, ist auch Gott. Aber nur, wenn es uns gelingt, das Ego auszuschalten. Den Verhinderer. Das Ego will, aber Gott ist. Der Ermöglicher.

Und der Ermöglicher ist immer da, wenn wir ihn brauchen.


Heilung und Widerstand

Wenn es Bereiche in unserem Leben gibt, in denen wir Heilung erfahren wollen, dann können wir diese Heilung nur aus uns selbst hervorbringen. Heilung ist ein geistiger Prozess, der das Vollkommene in uns zum Vorschein bringt. Um Heilung zu erfahren, müssen wir lernen, das, was ist, anzunehmen und jeglichen Widerstand loszulassen. Wenn wir das, was ist, nicht wollen, bauen wir Widerstand auf, der einzig und allein dazu führt, dass das, was ist, stärker wird und wächst.

Aber wie können wir den Widerstand abbauen und somit die Voraussetzung für die ersehnte Heilung schaffen? Der erste Schritt liegt in der Erkenntnis, dass das, was ist, nur die Bedeutung hat, die wir dieser Situation oder dieser Sache verleihen. Nichts hat eine Bedeutung an sich. Wir geben allem seine Bedeutung. Und wenn wir erkennen, das jegliche Bedeutung von uns erschaffen wurde, können wir uns unserer Macht und unserer Verantwortung bewusst werden.

Der zweite Schritt liegt im Annehmen dessen was ist. In dem Moment, in dem wir es annehmen, haben wir die Illusion der Vergangenheit und die Illusion der Zukunft gleichermaßen entlarvt und befinden uns im einzig wahren Jetzt. In diesem Jetzt akzeptieren wir das, was ist. Wir geben ihm keine Bedeutung, wir akzeptieren es einfach, als das, was es ist: das, was ist.

Der dritte Schritt ist das Loslassen. Indem wir loslassen, befreien wir uns von unseren selbst auferlegten Beschränkungen. Wir sind nicht mehr das Opfer – wir sind der Beobachter. Wenn es uns gelingt, das, was wir beobachten, einfach nur zu beobachten ohne eine Bedeutung hinein zu interpretieren, dann sind wir zwar noch immer mit allem, was ist verbunden, haften ihm aber nicht mehr an und stärken es somit auch nicht durch unser Ego und/oder unsere Emotionen. Wir haben losgelassen.

Natürlich ist es nicht einfach – ganz im Gegenteil: es ist meist sogar sehr schmerzhaft, aber der Schmerz gehört zu dem Prozess dazu. Der Schmerz gehört zum Erkennen, zum Annehmen und zum Loslassen gleichermaßen. Der Schmerz ist Teil des Wachstums. Aber er schmerzt nur, wenn wir ihm Bedeutung verleihen, wenn wir ihn nicht annehmen und nicht loslassen können. Wenn es uns aber doch gelingt, dies zu meistern, dann haben wir den Heilungsprozess eingeleitet und dann werden wir Heilung erfahren, da wir uns selbst vergeben.

Und da wir uns selbst vergeben haben, können wir auch allem oder allen anderen vergeben und somit in den göttlichen Strahl der Liebe eintauchen. Darin liegt die Kraft des Jetzt.