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Wirtschaft im Wandel

Irgendwie muss jemand das Licht ausgeschaltet haben. Wenn ich mich so umsehe in der deutschen Wirtschaft, dann sehe ich – nichts. Nichts Verheißungsvolles. Nichts Vielversprechendes. Nichts Lebensrichtiges. Na ja, fast nichts. Es gibt sie schon, die Manager und Unternehmen, die vieles richtig machen. Es gibt Vorbilder und Beispiele, Querdenker und Visionäre. Aber die Zahl derer, die tatsächlich schon heute die Unternehmen von morgen führen, sind noch in der Minderheit.

Darin liegt das größte Problem: Die Masse ist träge, schwerfällig und altmodisch. Affairen pflastern ihren Weg, und die Leichen liegen nicht nur im Keller sondern auch – und vor allem – in den Köpfen der sogannten Macher. Und was machen sie? Stinken und stagnieren. Bestehen auf Bewährtem, verteidigen das, was ist, anstatt Neues zu schaffen. Anstatt neue Wege zu gehen. Schon seit Jahrzehnten werden Visionen gefordert und teilweise sogar erdacht, aber Angst vor Neuem und das Gesetz der Trägheit bewahren sie und uns vor dem längst fälligen Wandel.

Da werden Mitarbeiter bespitzelt, Steuern hinterzogen, Gelder abgegriffen und Weichen nicht gestellt. Der Typus Manager von heute ist ein aussterbendes – da Lebensrichtiges verhinderndes – Wesen. Nein. So funktioniert es nicht. So kann es nicht funktionieren. Anstatt das wichtigste Kapital eines jeden Unternehmens zu fördern, wird gefordert. Ausgequetscht. Abgeschoben. Der Mensch als Arbeitnehmer ist kein Mensch mehr sondern eine Marionette. Ein Werkzeug, um kurzfristig mehr Gewinn aus einer Sache zu ziehen, die keinen Gewinn mehr verspricht. Und so auch nicht mehr lange liefern kann und wird.

Gewinn kommt von Gewinnen. Und gewinnen kann nur ein gutes Team. Mit einem Trainer: einem Motivator und Visionär and der Spitze. Einem, der Neues denkt und auch danach handelt. Der seine Mitarbeiter als Mitunternehmer begreift, sie anleitet und nicht ankettet. Ich gebe zu, das erfordert Vertrauen. Aber wo kämen wir denn hin, wenn wir plötzlich den Mitarbeitern vertrauen würden? Die sind doch schließlich nichts weiter als teure Arbeit verrichtende Maschinen. Sollen sie doch froh sein, dass sie tatsächlich noch Geld dafür bekommen.

Zu böse? Oh nein. Die Wirklichkeit sieht teilweise sogar noch schlimmer aus. Ich habe doch tatsächlich von einem Fall gehört, wo Mitarbeiter aufgefordert werden, für ihre von oben angeordnete berufliche Weiterbildung Urlaub zu nehmen. Der nächste Schritt im derzeitigen Unternehmerischen Denken besteht womöglich darin, auf die schlaue Idee zu kommen, von allen Mitarbeitern einen monatlichen Tribut zu verlangen, damit diese weiterarbeiten dürfen. Um den Gewinn zu steigern.

Apropos Gewinn: Ist es nicht herrlich zu gewinnen? Wachstum, Freude, Glück. Aber wo ist das Wachstum, wo die Freude und wo das Glück? Liegt dies nicht in jedem Einzelnen? Wenn in der Chefetage die Sektkorken knallen ist das noch lange kein Gewinn. Wenn nicht alle Beteiligten gewinnen, gewinnt niemand. Zum höchsten Wohle des Einzelnen und aller Beteiligten – so müsste das Motto lauten, damit der Gewinn auch tatsächlich ein Gewinn ist und keine Abzocke. Aber der Schatten, der derzeit über der Wirtschaft liegt, ist der Schatten der Abzocke.

Die Wolken können und werden sich verziehen. Wenn umgedacht wird. Wenn Weichen gestellt werden. Wenn Mitarbeiter wieder mitarbeiten und nicht nur unwillig und notgedrungen mitgeschliffen werden. An der Schwelle zu einem neuen Zeitalter werden Weichen gestellt. Jetzt. Jetzt haben wir die Chance, umzudenken. Die Zukunft zu formen. Uns darüber bewußt zu werden, worauf es ankommt.

Machen wir was draus!