Botschaft von Arthos

281
02.10.2019

Leben für Leben

Arthos über das Leben, das Leben davor und das Leben danach und was die reale Illusion ist. Lebensrichtige Botschaft 281.
Bild von alan9187 auf Pixabay

Heute ist ein guter Tag, um dein Verständnis vom Leben zu erweitern, indem du dein Bewusstsein in die Wirklichkeit des Lebens des wahren Selbst ausdehnst. Das normale Verständnis des Lebens reicht nicht über das begrenzte falsche Selbst und somit nicht über das begrenzte Gegenwärtige hinaus. Da darüber hinaus das Gegenwärtige nicht von Dauer ist, sondern nur ein vorübergehender Zustand, ist das gegenwärtige Verständnis im Grunde nur eine Art spontaner Schnappschuss. Wenn du einen Läufer während des Rennens fotografierst, siehst du, wie er auf scheinbar unnatürliche Art sein Bein verrenkt. Du siehst nichts vom Start und nichts vom Ziel und auch nicht die Strecke dazwischen. Du siehst einzig und allein das eingefrorene Teilstück einer Bewegung, die zu einer Entwicklung gehört, die am Start beginnt und am Ziel endet.

Wenn dein Verständnis derart begrenzt ist, kannst du nicht behaupten, dass du über umfangreiches Wissen verfügst. Du weisst nur, dass der Läufer eine merkwürdige Verrenkung ausführt. Wenn du auf dieses (Nicht-) Wissen auch noch stolz bist, unterliegst du der Maya, der Illusion, die von der Energie der materiellen Natur verursacht wird, und die sich langsam wie ein giftiger Schleier um dein Bewusstsein legt, dann immer tiefer in dein Bewusstsein eindringt und es am Ende so verunreinigt, dass du die Verrenkung des Läufers für seine und damit auch deine einzige Wirklichkeit hältst.

Im Rahmen dieser Illusion, die sich auf vielfältigste Art und Weise zeigt, betrachtest du den Schnappschuss und beurteilst ihn, ohne etwas vom Start oder vom Ziel des Rennens zu wissen. Doch - als wäre dies nicht schon schlimm genug - du weisst auch nichts davon, dass es ein Leben vor dem Start und ein Leben nach dem Ziel gibt.

Für dich ist das Leben der Schnappschuss, und so lebst du, als gäbe es kein Hinterher. Du propagierst das Jetzt und willst den gegenwärtigen Moment voll und ganz auskosten. Das ist verständlich, aber nicht intelligent. Denn du übersiehst dabei, dass dies nur deine Rechtfertigung dafür ist, so zu tun, als hätten deine Handlungen keine Konsequenzen. Du denkst: Hauptsache es geht mir jetzt gut. Und bestenfalls denkst du noch: Hauptsache es geht mit auch später gut. Das sich dieses später aber nur auf das Rennen zwischen Start und Ziel bezieht, blendest du aus.

Für dich beginnt die Wirklichkeit mit der Geburt, an die du dich aber nicht einmal mehr erinnern kannst. Also ist sie für dich nur ein theoretisches Konstrukt. Etwas, von dem dein Verstand weiss, dass du es wohl einmal erlebt haben musst, was aber keine Rolle mehr für dich spielt. Die Wahrheit ist: Du hast deine Geburt verdrängt, weil sie schmerzhaft war. Sie war traumatisch. Sie war fürchterlich, und du wolltest das so schnell wie möglich vergessen. Und so hast du dieses Erlebnis aus deinem Bewusstsein verdrängt.

Das ist für jemanden, der materialistisch eingestellt ist, und für den das Bewusstsein nur ein Produkt des Gehirns und das Leben nur ein Produkt des Körpers ist, völlig unverständlich, ja sogar absurd. Aber das ist ein anderes Thema. Ich will und werde das auch nicht verurteilen, denn ich möchte dich einzig und allein zum Nachdenken anregen. Ich wünsche dir, dass du dich erinnerst…

Mit erinnern meine ich nicht deine Geburt. Diese war nur ein erstes von vier grundsätzlichen Leiden, denen du in diesem Leben begegnest: Geburt, Alter, Krankheit und Tod. Auch wenn du das nicht hören willst - es ändert nichts an der Tatsache, dass dem so ist. Und wie sehr die Materialisten auch behaupten mögen, sie könnten die materielle Welt kontrollieren und beherrschen: Gegen diese Leiden in Form von Geburt, Alter, Krankheit und Tod haben sie kein Mittelchen gefunden, und sie werden auch keines finden.

Aber zurück zum Thema. Ich wünsche dir, dass du dich daran erinnerst, was du wirklich bist. Du bist nicht der Typ auf dem Schnappschuss, der mitten im Rennen gemacht wird. Dein Leben ist auch nicht das Rennen selbst. Und genau das ist der springende Punkt: Dein Leben begann nicht mit dem Startschuss und endet nicht mit dem Ziel, das gar kein Ziel ist, selbst wenn du nicht drumherum kommst, irgendwann da anzukommen, wo der Tod, den du als nicht erstrebenswertes Ziel betrachtest, auf dich wartet.

All dies sind Erfahrungen deines Körpers. Du identifizierst dich mit deinem Körper, und daher identifizierst du dich auch mit seinen Erfahrungen. Seine Erfahrungen nennst du dann dein Leben, und Ziel dieses Lebens ist es, deine Sinne zu befriedigen. Dafür musst du schwer arbeiten. Du arbeitest hart, um unsinnige Dinge kaufen und geniessen zu können. Dann geniesst du sie und musst feststellen, dass der Genuss entweder gar keiner war, oder dass er so kurz war, dass es sich gar nicht wirklich gelohnt hat. Oder - wenn du lange genug wartest, erkennst du irgendwann, dass dich der Genuss deinen Körper und somit sein, also dein Leben gekostet hat.

Warum lebst du dein sogenanntes Leben für deinen Körper und nicht für die Seele, die du eigentlich bist? Leben für Leben glaubst du, dass du nur dieses eine Leben hast, da du dich ja mit deinem Körper identifizierst, und dann gibst du alles, um das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Du suchst Vergnügen und Sicherheit. Sicherheit bedeutet für dich jedoch nur die Sicherheit, dich auch weiterhin so vergnügen zu können, wie bisher. Du willst geniessen, und du willst beherrschen, also alles kontrollieren. Das ist dein gutes Recht, doch ist es deswegen auch unbedingt richtig?

Du lebst ein materielles Leben und glaubst, dieses kurze Rennen, das vom Start bis zum Ziel reicht, sei dein wirkliches Leben. Und dann gibst du Gas, denn du hast ja nur dieses eine Rennen. Und so willst du jeden Moment des Rennens geniessen, als wäre es dein letzter. Das machst du solange, bis du irgendwann mehr und mehr verzweifelst, weil sich deine Vorstellungen vom Glück nicht verwirklichen. Das führt zu Enttäuschung, doch anstatt die Ent-Täuschung zu nutzen, um der Wahrheit zu begegnen, hältst du am Leid fest, anstatt es zu überwinden.

Das ist der Grund, warum du in dieses Leben gekommen bist. Der Zweck des Lebens ist nicht, zu leiden, sondern das Leid zu überwinden. Um das zu verstehen, solltest du nachdenken. Damit meine ich nicht, die Gedanken nachzudenken, die dir vorgedacht werden. Ich meine richtiges Nachdenken: selber denken. Deinen Intellekt benutzen, um intelligente Gedanken zu denken, Schlussfolgerungen zu ziehen und der absoluten Wahrheit Gottes auf die Schliche zu kommen. Der Intellekt an sich ist nicht intelligent, und Intelligenz hat nichts mit dem Intellekt zu tun.

Intelligenz entspringt der absoluten Wahrheit Gottes und ist immer mit ihr verbunden. Es gibt keine Intelligenz, die unabhängig von ihrer Quelle ist, und vor allem gibt es keine Intelligenz, die ihre eigene Quelle verleugnet. So etwas macht nur der Intellekt, der von der Quelle getrennt ist. Er redet sich die Dinge schön und blendet aus, was nicht in sein Konzept hineinpasst. Er, der von der Quelle der Intelligenz getrennte Intellekt, ist es auch, der geniessen und beherrschen will, denn er ist Teil des Körpers, der einzig und allein darauf bedacht ist, zu überleben und seine Sinne zu befriedigen.

Du lebst sein Leben, aber nicht dein eigenes Leben, das Leben deiner Seele. Leben für Leben wirst du von deinem Körper und der Identifikation mit ihm überwältigt. Leben für Leben wirst du von der materiellen Natur und der Identifikation mit der materiellen Welt überwältigt. Leben für Leben unterliegst du der Illusion, der Schnappschuss sei die Wirklichkeit, und deine Wirklichkeit reiche von der Geburt bis zum Tod: Für die Seele gibt es weder Geburt noch Tod. Noch hört sie, da sie einmal war, jemals auf zu sein. Sie ist ungeboren, ewig, immerwährend, unsterblich und urerst. Sie wird nicht getötet, wenn der Körper erschlagen wird. (Bhagavad-gita 2.20)

Du bist nicht dein Körper, du bist die Seele, die in diesem Körper lebt. Dein Leben ist nicht auf die Dauer des Rennens begrenzt. Du hast vorher gelebt, und du wirst hinterher weiterleben. Dieses Hinterher wirst du dann als neues Rennen betrachten, von dem du wiederum denkst, es sei das einzige Rennen, und du müsstest es geniessen und beherrschen. Und am Ende des nächsten Rennens wird du wieder verzweifelt sein, da deine Schönheit dahingeschmolzen, deine Kraft auf der Strecke geblieben und das von dir ersehnte Glück in noch weitere Ferne gerückt ist.

Dieser Versuch, das, was du hast und kennst, zu erhalten, führt dazu, dass du am Ende des Lebens verwirrt bist, da du nur materielle Ziele hattest, und auch wenn du deine materiellen Ziele erreicht hast, dadurch nicht glücklich geworden bist. Als Körper hast du versagt, und als Körper musst du versagen, denn jeder Körper wird sterben. Der Körper absolviert das Rennen von der Geburt bis zum Tod. Du als Läufer solltest dich nicht mit diesem Rennen durch die materielle Natur identifizieren.

Du bist die spirituelle Seele, und so ist es Ziel und Zweck dieses Lebens, herauszufinden, was das spirituelle Leben ist, das jenseits der materiellen Natur stattfindet. Die materielle Natur dient nur denen, die glauben, es ginge darum, die materielle Natur zu geniessen und zu beherrschen. Herrschaft und Genuss sind - auch wenn es unter realen Umständen stattfindet - Illusion, denn der einzige Herrscher und Geniesser ist die Höchste Persönlichkeit Gottes, von der alles abhängig ist.

Du als Seele bist Sein Diener, und der Dienst in Liebe ist deine spirituelle Tätigkeit. Wenn du das erkennst, verstehst und lebst, dann weisst du, dass es ein Leben nach diesem Leben gibt, und du wirst auf jenes Leben hinarbeiten, anstatt deine Lebenskraft für die Illusionen dieses Lebens zu vergeuden. So wächst du spirituell.

Im Licht der Wahrheit,
Arthos

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