Praxis des Wandels Integrieren

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Die Integration ist der wesentliche Teil des Prozesses. Erkennen führt zum Annehmen, Annehmen führt zum Loslassen und Loslassen führt zum Integrieren. Erst durch die Integration kommt der Prozess zum Abschluss. Dabei ist es wichtig, den kompletten Prozess nicht aus Sicht der menschlichen Inkarnation durchzuführen, sondern aus Sicht des multidimensionalen Wesens, das wir sind. Wenn wir nur die Themen unseres jetzigen Lebens erkennen, annehmen, loslassen und integrieren, haben wir zwar eine wichtige Arbeit geleistet, sind aber nicht dort, wo wir hin müssen, um den Übergang in die nächste Dimension zu vollziehen. Um für uns den Zyklus der bisherigen Inkarnationen zu vollenden, müssen wir erkennen, dass wir mehr sind als das, wofür wir uns gerade halten.

Wir sind - jeder für sich - eine Seele auf dem Entwicklungsweg. Die Seele ermöglicht uns die Verkörperung als Mensch, sie ist aber auch der Hüter des Gartens für alle anderen Inkarnationen, die wir hatten, haben und haben werden. Sie ist das verbindende Element von allem, was wir waren, allem, was wir sind und allem, was wir sein werden. Sie ist sozusagen die Schnur, auf der alle Perlen unseres Seins in Form von allen Selbsten aus allen Inkarnationen aufgefädelt werden. Das ICH BIN ist der immer vorhandene und stets präsente Schöpfer der Kette. Die Kette verbindet alle Inkarnationen und alle Anteile von uns mit uns und der Quelle. Diese Verbindung können wir nutzen, um vollständig zu integrieren.

Integration bedeutet Harmonisierung all dessen, was ich war und was ich bin. In anderen Worten: Es geht um die Auffrischung, Erneuerung und Vervollständigung dessen, was ich bin. Durch die Integration wird das Unvollkommene zum Vollkommenen, werden die Teile zum Ganzen. Aus diesem Grund ist es wesentlich, nicht nur die Ereignisse und Erfahrungen dieses Lebens zu betrachten, sondern zu verstehen, dass Ich nicht nur diese Inkarnation sondern alle Inkarnationen bin, die meine Seele durch das ICH BIN initiiert hat. Aus dieser Perspektive betrachtet, wird klar, dass ich nicht nur die Erfahrungen meines derzeitigen Lebens habe, sondern noch viele mehr. Somit liegt es auf der Hand, dass ich auch schon viele unterschiedliche Rollen gespielt und viele unterschiedliche Erfahrungen gemacht habe. Ich war Herrscher und Beherrschter, ich war Täter und Opfer, ich war arm und reich, ich war schuldig und unschuldig, ich war Licht und ich war Dunkelheit. Und so gibt es auch viele Seelenanteile, die nun zu mir zurückkehren dürfen.

Wenn ich all das, was ich bin und was ich war, harmonisiere, integriere und auflöse, dann bleibt das reine Gottselbst, das ICH BIN - jenseits aller Bewertungen. Integration bedeutet somit auch, nicht mehr zu werten, sondern alle Seiten zu erkennen und zu akzeptieren. Das führt zur Harmonisierung und dazu, dass alle (An-)Teile in das Ganze integriert werden. Ich bin die Ganzheit aller meiner Erfahrungen, und solange ich Schuld, Scham, Groll und Verletzungen nicht geheilt und aufgelöst habe, ist das Ganze nicht vollkommen und kann auch nicht als Ganzes wirken. Somit könnte man die Integration auch als Meisterprüfung des Adepten ansehen. Wenn ich mich dazu entscheide, den Weg in die Einheit zu gehen, den Weg nach Hause anzutreten und somit die Dualität in der Ebene der dritten Dimension zu verlassen, dann kann dies nur gelingen, wenn ich alle meine Anteile integriert habe und somit vollständig geworden bin. Und darum ist der gesamte Prozess Erkennen, Annehmen, Loslassen, Integrieren so wichtig. Es gibt keinen leichteren Weg an die Schwelle zur nächsten Dimension. Ich muss mich und meine Themen erkennen und auflösen, damit ich frei von Anhaftungen bin. Solange noch dunkle Flecken und energetische Schatten in meinem Emotionalkörper sind, solange bin ich nicht bereit, die Pforte in die nächste Ebene zu durchschreiten.

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