Botschaften Mit Arthos durch das Jahr

Tagesbotschaft 20. Januar

Heute ist ein guter Tag, um dein falsches Selbst zu entlarven. Das falsche Selbst ist - wie der Name schon sagt - nicht das, was du wirklich bist, sondern das, wofür du dich …
Bild von Alexandre Gonçalves da Rocha auf Pixabay

Heute ist ein guter Tag, um dein falsches Selbst zu entlarven. Das falsche Selbst ist - wie der Name schon sagt - nicht das, was du wirklich bist, sondern das, wofür du dich hältst. Du hältst dich für ein materielles Wesen. Materiell ist mit Stofflichkeit gleichzusetzen, und die Stofflichkeit besteht aus zwei Schichten: einer grob- und einer feinstofflichen. Du identifizierst dich mit dem grobstofflichen Körper und dem feinstofflichen Geist, bist aber Seele, und die Seele an sich ist spirituell - nicht materiell.

Die Seele ist Teil der spirituellen Energie Gottes, die auch als Seine innere Energie bezeichnet wird, wohingegen die materielle Energie, die ebenfalls aus Ihm hervorgeht, die äussere Energie ist. Die Seele hat als Teil der spirituellen Energie einen freien Willen und somit eine geringfügige Unabhängigkeit: Sie kann wählen, ob sie die spirituelle oder die materielle Energie und somit die jeweils entsprechende Welt erfahren möchte. Da die Seele spirituell ist, missbraucht sie ihre geringfügige Unabhängigkeit, wenn sie wählt, die materielle Energie zu erfahren, um sie zu geniessen. Es ist ein Missbrauch, da die eigentliche Bestimmung und Natur der Seele spiritueller Art ist.

Da die Seele ein winziges Teilchen Gottes ist - vergleichbar mit einem Sonnenstrahl und seiner Verbindung zur Sonne - dient sie Gott, so wie der Strahl der Sonne dient. Wenn sie aber in die Materie fällt, endet im Normalfall der Dienst, da sie dann von der materiellen Energie bedingt wird und ihr unterliegt.

Was konkret geschieht, ist, dass die spirituelle Seele in die Stofflichkeit eintaucht, die sehr verlockend und reizvoll ist. In dem Moment, in dem die Seele ins materielle Fleisch geht und somit inkarniert - egal, in welcher Form, wird sie von der Stofflichkeit bedeckt.

Wie bereits erläutert, besteht die Stofflichkeit aus zwei grundsätzlichen Schichten: der groben und der feinen Schicht. Jede Schicht besteht aus verschiedenen Elementen, die hierarchisch gegliedert sind. Das oberste Element der Feinstofflichkeit ist das falsche Ego oder auch falsches Ich, das als Herrscher des feinstofflichen Reichs bezeichnet werden kann. Ihm unterliegt die Intelligenz, und der wiederum der Geist, der den grössten Teil der Feinstofflichkeit ausmacht. Auf der grobstofflichen Ebene reichen die Elemente vom Äther über die Luft, das Feuer und das Wasser bis hinab zur Erde, dem dichtesten Element.

Ähnlich wie in einer Firmenhierarchie, regiert auch die Hierarchie der Stofflichkeit von oben nach unten. Das bedeutet: Das falsche Ego herrscht über die Intelligenz und erteilt ihr seine Befehle. Sie formt den Geist, und der Geist gestaltet dann die Stofflichkeit, die mit dem Äther beginnt. Aus ihm geht die Luft hervor, die das Feuer bildet, aus dem Wasser entsteht, das sich zu Erde verdichtet.

All dies geschieht innerhalb der materiellen Energie, die drei Erscheinungsweisen aufweist, deren Wechselwirkung die materielle Natur gestaltet: Die Tugend erschafft, die Leidenschaft erhält und die Unwissenheit vernichtet. Da die materielle Natur ungemein vielfältig ist, finden die Wechselwirkungen in vielfältigster Form statt, indem sich die drei Erscheinungsweisen vermischen.

Die Seele, die das eigentliche Lebewesen ist, unterliegt all diesen Wechselwirkungen und der materiellen Energie an sich, die das Lebewesen bedingt und verblendet. Diese Energie ist dafür da, dem Lebewesen die Erfahrung der Illusion - im Gegensatz zur spirituellen Wirklichkeit - zu ermöglichen. Wesentlicher Aspekt der materiellen Energie und somit des materiellen Lebens und der Illusion ist Leid, denn nur durch Leid kann die Illusion auch als Illusion erfahren und Erkenntnis möglich werden.

Das Leid lässt sich nicht umgehen, wechselt sich aber mit kurzzeitigem Glück ab, was die Dualität der materiellen Natur im Wesentlichen kennzeichnet. Diese Dualität ist Teil der realen Illusion, kann also erfahren werden. Sowohl Leid als auch Glück sind vergänglich, doch solange das Lebewesen nicht aus der Erfahrung der Illusion aussteigt, wiederholt sich ein Kreislauf, der als Seelenwanderung bezeichnet wird, und in dem das Leid in vielfacher Form dominiert.

Der Begriff Seelenwanderung ist sehr passend, denn die Seele wandert von Körper zu Körper. Insgesamt gibt es 8.400.000 Lebensformen, und im Laufe ihrer Wanderung nimmt die Seele viele unterschiedlichste Körper an. Die höchste Form ist die menschliche, von der es 400.000 Arten gibt. Sie ist die einzige, die echte Erkenntnis und somit den Ausstieg aus dem Kreislauf bzw. das Ende der Wanderung der Seele ermöglicht. Bei der Erkenntnis geht es darum, das wahre Selbst und Gott, sowie die gegenseitige Beziehung zu erkennen. Nur so kann die Seele wieder in ihre ursprüngliche Position und die spirituelle Heimat zurückkehren.

Solange sie die Erkenntnis der Wahrheit nicht erlangt, verbleibt sie in der Illusion, die vom falschen Ego gesteuert wird. Das falsche Ego verleitet die inkarnierte Seele dazu, sich mit der Stofflichkeit zu identifizieren. Durch die falsche Identifikation und den Wunsch, die Materie zu geniessen, vergisst die Seele ihre Position als Diener ihres wahren Herrn und dient stattdessen dem falschen Ego, das in erster Linie darauf bedacht ist, die Sinne zu befriedigen, denn dafür sind die Sinne da.

Um die Materie zu geniessen, werden Handlungen durchgeführt, die Wirkungen hervorrufen, die erfahren werden müssen. Dass sie erfahren werden, dafür sorgt das Gesetz des Karma, das Teil der materiellen Energie und somit der natürlichen Ordnung ist. Alle hervorgerufenen Wirkungen müssen erfahren werden. Bevor sie nicht alle erfahren wurden, ist kein Ausstieg aus dem Kreislauf von Geburt und Tod möglich - es sei denn durch Göttliche Gnade. Das falsche Ego ist als Führer des stofflichen Lebens für die Aktionen und somit auch die Reaktionen verantwortlich - bis es vom Lebewesen gestoppt wird, indem es das falsche Ego entlarvt, sich wieder mit der Seele identifiziert und in seine Bestimmung als Diener Gottes nach Hause in Sein Königreich zurückkehrt.

ICH BIN das Ende meiner Illusion.

 

Diese Botschaft ist an Selina und mich gerichtet. Wir nehmen sie für uns an, richten uns danach und geben sie hiermit auch an all diejenigen weiter, die ebenfalls bereit sind, an sich zu arbeiten, um sich spirituell zu entwickeln. Spirituelle Entwicklung, das Ziel des Lebens, gipfelt in der Hingabe an Gott. Diese Hingabe setzt die Überwindung des falschen Egos voraus. Damit einher geht die Erkenntnis, nicht der Körper, sondern die Seele zu sein, die ein winziges Teilchen Gottes ist. Philosophische Grundlage dieser Botschaften ist das vedische Wissen von der absoluten Wahrheit Gottes wie es u.a. in der Bhagavad-gītā und im Śrīmad-Bhāgavatam verkündet wird.

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