Botschaften Mit Arthos durch das Jahr

Tagesbotschaft 23. Mai

Heute ist ein guter Tag, um Dankbarkeit zu praktizieren. Dankbarkeit ist nicht nur eine gute Eigenschaft, da es eine Eigenschaft der Tugend ist, sondern auch eine gute Übung. Eine …
Bild von Ale Hidalgo auf Pixabay

Heute ist ein guter Tag, um Dankbarkeit zu praktizieren. Dankbarkeit ist nicht nur eine gute Eigenschaft, da es eine Eigenschaft der Tugend ist, sondern auch eine gute Übung. Eine sehr gute Übung, denn um nicht in die Dankbarkeitsfalle zu geraten, musst du lernen, zu unterscheiden. Das Thema der Dankbarkeit ist keine lapidare Angelegenheit, doch viele sogenannte Weisheitslehrer machen es zu einer lapidaren Tätigkeit, die unweigerlich in der Falle endet. Was genau ich damit meine, möchte ich anhand eines Beispiels verdeutlichen.

Angenommen, du bist stolzer Besitzer eines ebenso komfortablen wie schnellen Autos. Wenn ich nun zu dir sage: Fokussiere dich auf die Dinge, für die du dankbar sein kannst, dann wirst du sicherlich, da du so stolz darauf bist, relativ schnell an dein wundervolles Auto denken, auf das du so stolz bist, und du wirst aus deiner gewohnten Perspektive zu recht dankbar dafür sein, und du wirst dich gut fühlen. Das ist die Dankbarkeitsfalle. Weisst du warum?

Wie sieht die Sache für dich aus, wenn du in diesem Auto unterwegs bist, dich sicher fühlst und grossen Spass beim Fahren hast und die Geschwindigkeit geniesst. Du findest es toll, in diesem Tempo unterwegs zu sein, und es gibt dir genau den Kick, der dir im Alltag fehlt. Nun aber schert plötzlich ein Fahrzeug weiter vorne raus oder etwas anderes unvorhersehbares geschieht, und du verlierst die Kontrolle über dein Fahrzeug. Du kommst ins Schleudern und überschlägst dich bei immer noch fast 200 Stundenkilometern.

Nachdem du nach über einer Woche im Krankenhaus aus dem Koma erwachst, ist dein erster Gedanke: Wow, ich lebe noch. Und dann bist du dankbar dafür, dass du noch lebst. Das ist eine andere Kategorie von Dankbarkeit. Bei der ersten Kategorie bist du dankbar für etwas, und dieses Etwas ist etwas, für das dein falsches Ego dankbar ist, denn es erhofft sich davon, seine Träume, Wünsche und Illusionen zu erfüllen, zu verschönern oder zu bestätigen. Bei der zweiten Kategorie bist du wegen etwas dankbar, und dieses wegen ist etwas, wofür dein wahres Selbst dankbar ist.

Es gibt also eine wahre und eine falsche Dankbarkeit, so wie es auch ein wahres und ein falsches Selbst gibt. Zwischen beidem zu unterscheiden und zwischen den Wünschen beider unterscheiden zu lernen, ist einer der Gründe, warum das Praktizieren von Dankbarkeit so wertvoll ist. Die oben erwähnten Weisheitslehrer lehren dich, schneller und mehr zu manifestieren, doch im Leben geht es nicht um Quantität, sondern um Qualität. Nicht Manifestation an sich ist gut und wertvoll, sondern die wahre Manifestation ist gut und wertvoll. Die falsche Manifestation schadet dir, da sie dich von deinem Seelenweg abhält oder abbringt.

Weisheit bedeutet nicht, gut manifestieren zu können, sondern richtig manifestieren zu können. Daher muss in diesem Zusammenhang auch zwischen wahrer und falscher Manifestation unterschieden werden. Das Wahre ist mit Wahrheit verbunden, und die höchste Wahrheit ist die absolute Wahrheit Gottes. Das bedeutet, dass jede Manifestation, die nicht mit Gott, der die absolute Wahrheit ist, und Seinem Willen in Verbindung steht, eine falsche Manifestation ist, denn es wird dabei nicht das manifestiert, was wahr ist, sondern das, was das falsche Ego gerne hätte und was nur ihm nützt, nicht aber der Seele.

So ist es auch mit der Dankbarkeit. Daher lautet die wichtigste Frage in Bezug auf Dankbarkeit: Cui bono? Wem nützt es? Nützt die Dankbarkeit, die du praktizierst, dem falschen Ego oder dem wahren Selbst, der Seele? Die nächste Frage lautet somit: Wer ist da gerade dankbar - das falsche Ego oder das wahre Selbst? So kannst du durch das Praktizieren von Dankbarkeit zwei Dinge üben: Unterscheidungsvermögen und Manifestation.

Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt: Dankbarkeit ist ein Ausdruck der Erscheinungsweise der Tugend, und alle Handlungen in Tugend führen dich auf den Weg der Reinigung und Befreiung, den Weg der Hingabe und der Liebe, und somit auf den spirituellen Weg. Aber auch hier gilt es zu unterscheiden und die gleichen Fragen zu stellen wie bei der Dankbarkeit: Wem nützt meine tugendhafte Handlung und wer handelt - das falsche Ego oder das wahre Selbst? Handelt das falsche Ego, ist die Erscheinungsweise der Tugend mit Leidenschaft oder Unwissenheit vermischt, und daher kann sogar Tugendhaftigkeit eine Falle sein.

Wie auch immer: Solange du nicht selbstlos agierst, erzeugst du Karma, und solange du Karma erzeugst, bist du erstens noch an die materielle Welt als Erfahrungsebene gebunden und hast zweitens noch etwas zu lernen. Je reiner, das heisst selbstloser die Handlung wird, desto mehr löst du die Anhaftung an die materielle Welt der Dinge.

Um auf das obige Beispiel der Dankbarkeit für das Auto zurückzukommen: Die Dankbarkeit für ein Ding bindet dich an die Ebene der Dinge. Dankbarkeit für einen Seinszustand bindet dich an die Ebene des Zustands, und die höchste Zustandsebene ist die ewigen Glücks.

Der Himmel nach dem du dich sehnst, ist kein Ort und somit nicht in der Welt und der Ebene der Dinge verankert, sondern ein Zustand. Das Zuhause der Seele ist ebenfalls kein Ort, sondern ein Zustand, und wenn dieser Zustand erreicht ist, spielen Raum und Zeit keine Rolle mehr. Dieser Zustand ist also transzendental und somit jenseits von Raum und Zeit.

Daher ist jede Dankbarkeit, jede Manifestation und jede Handlung, die sich auf das Diesseits innerhalb von Raum und Zeit bezieht irreführend, denn das führt dich nicht zum Ziel, sondern vom Ziel weg. Das wahre Ziel ist das Ziel der Seele, und das Ziel der Seele ist die Einheit mit Gott in Liebe und nicht die Trennung von Gott aufgrund von Selbstsucht.

Somit bringt dich jede Dankbarkeit, jede Manifestation und jede Handlung, bei der Gott nicht nur eine Rolle spielt, sondern die Gott erfreut, da es Seinen Willen widerspiegelt, dem Ziel der Seele näher.

Das Leben dient dazu, für die Seele gelebt zu werden, und die Seele lebt ewig im Dienst für Gott, der das vollkommene Ganze ist, von dem die Seele ein winziger Teil ist. Daher kann jede Dankbarkeit, jede Manifestation und jede Handlung lebensrichtig oder lebensfalsch sein. Das unterscheiden zu lernen und dich dann danach zu richten, ist die Schule, die du durchläufst und die nicht dem falschen Ego dienen sollte, sondern der Seele, damit sie in der Lage ist, nach Hause zurückzukehren.

ICH BIN dankbar, ein individueller Teil des vollkommenen Ganzen zu sein.

 

Diese Botschaft ist an Selina und mich gerichtet. Wir nehmen sie für uns an, richten uns danach und geben sie hiermit auch an all diejenigen weiter, die ebenfalls bereit sind, an sich zu arbeiten, um sich spirituell zu entwickeln. Spirituelle Entwicklung, das Ziel des Lebens, gipfelt in der Hingabe an Gott. Diese Hingabe setzt die Überwindung des falschen Egos voraus. Damit einher geht die Erkenntnis, nicht der Körper, sondern die Seele zu sein, die ein winziges Teilchen Gottes ist. Philosophische Grundlage dieser Botschaften ist das vedische Wissen von der absoluten Wahrheit Gottes wie es u.a. in der Bhagavad-gītā und im Śrīmad-Bhāgavatam verkündet wird.

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